Teamarbeit zahlt sich aus. Eine neue Studie belegt erstmals mit konkreten Daten, was viele Hausärztinnen und Hausärzte längst ahnen. Was VERAH in der HZV leisten und warum das Modell längst mehr ist als ein nettes Extra.
Ohne VERAH, ohne uns
Der Alltag in der Hausarztpraxis wird nicht leichter: mehr Patientinnen und Patienten, mehr chronisch Kranke, weniger Nachwuchs. Ohne ein starkes Team im Rücken ist das kaum zu stemmen, weshalb Delegation immer wichtiger wird. Wie gut das in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) funktioniert, zeigt die im Mai 2026 veröffentlichte Studie „Versorgungsassistenz in der hausärztlichen Versorgung – eine Strukturanalyse in Deutschland“. Sie hat erstmals den Einsatz von Versorgungsassistenzen in der Hausarztpraxis (VERAH) speziell in der HZV untersucht. Und die Zahlen machen deutlich: eine VERAH ist nicht nice to have, sondern ein echtes Upgrade für jede Hausarztpraxis.
Was wurde in der VERAH-Studie untersucht?
Grundlage der Studie sind Routinedaten der HÄVG aus März 2025 – ausgewertet wurden insgesamt 9.809 Hausarztpraxen in Deutschland mit und ohne VERAH, mit und ohne HZV-Bezug. Die Ergebnisse zeigen: HZV-Praxen haben überproportional viele Versorgungsassistenzen angestellt und können dadurch auch überproportional viele Patientinnen und Patienten versorgen. Die Studie legt nahe, dass clevere Delegation die Effektivität der Praxen steigert.
Insgesamt wurden in Deutschland 17.763 VERAH identifiziert, davon 14.900 aktiv angestellt. 61 % dieser aktiven VERAH arbeiten in Praxen, die HZV-Versicherte versorgen. Die HZV schafft offenbar die Strukturen, in denen VERAH-Einsatz nicht nur möglich, sondern selbstverständlich ist.
58 % der HZV-Praxen setzen auf VERAH
Auf Praxisebene zeigt sich: 58 % aller Praxen mit HZV-Versicherten haben mindestens eine VERAH angestellt. Diese Praxen versorgen drei Viertel aller HZV-Patientinnen und -Patienten in der HÄVG (76 %). Auch auf Arztebene ist die Zusammenarbeit mit VERAH weit verbreitet: Knapp zwei Drittel aller Hausärztinnen und Hausärzte, die HZV-Patient*innen versorgen (62 %), arbeiten mit mindestens einer VERAH zusammen. Was das konkret bedeutet:
- Delegation, die wirklich entlastet: Eine VERAH übernimmt delegierbare Leistungen, strukturiert Abläufe mit und sorgt dafür, dass ärztliche Zeit dort ankommt, wo sie am meisten zählt: bei Diagnostik, Therapieentscheidungen, komplexen Fällen. Das Ergebnis: weniger Zeitdruck in der Sprechstunde und bessere Planbarkeit.
- Versorgung wird Teamsache: Die Studie beschreibt VERAH als strukturellen Indikator für effektive hausärztliche Versorgung. 58 % der HZV-Praxen haben bereits mindestens eine VERAH angestellt – das Modell ist also längst praxiserprobt.
- VERAH als Fundament für mehr: Wer Delegation mit VERAH erfolgreich umsetzt, schafft die Grundlage für weitere interprofessionelle Rollen, etwa im Kontext von HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungssystem – Patientenversorgung Interprofessionell).
- Einsatz lohnt sich doppelt: In vielen HZV-Verträgen ist die VERAH nicht nur fachlich mitgedacht, sondern auch vergütet – etwa über den VERAH-Zuschlag auf die P3 (Chronikerpauschale).
Eine VERAH kommt selten allein
HZV-Praxen denken VERAH in Teams: 64 % der HZV-Praxen haben mindestens eine weitere VERAH als Kollegin oder Kollegen. Das zeigt: Wo die HZV gelebt wird, entstehen häufiger Strukturen, in denen Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Und genau das ist im Praxisalltag Gold wert: Vertretung, Urlaub, Ausfallsicherheit, eingespielte Abläufe.
Quelle: https://www.zefq-journal.com/article/S1865-9217(26)00080-2/fulltext
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